Handgefertigte Möbel lassen sich schwer fotografieren und leicht erfühlen. Was sie von industriell gefertigten unterscheidet, sitzt in Abweichungen, die ein Bild glättet: ein Verlauf, der an einer Stelle tiefer liegt, eine Kante, an der das Licht eine Spur anders läuft. Bei Messing wird das besonders deutlich, weil dieses Metall jede Bearbeitung annimmt und keine davon verbirgt.
Diese Seite versammelt die Stücke aus brüniertem Messing: Tische, Konsolen, Wandborde und Objekte, alle handgefertigt in derselben Werkstatt in Deutschland. Einige gibt es ausschließlich in Messing, die meisten wahlweise auch in gebürstetem Edelstahl.
Ein fertiges Möbel verrät seine Herstellung selten von selbst. Bei beschichteten Oberflächen ist genau das die Absicht: Eine Platte soll aussehen wie die nächste, und je gleicher die Platten ausfallen, desto besser hat die Anlage gearbeitet. Handgefertigte Möbel aus Messing folgen der umgekehrten Ordnung. An ihnen bleibt die Arbeit sichtbar, die in ihnen steckt.
Ablesbar ist das an drei Stellen. An der Kante, über deren Radius das Licht läuft, ohne zu stocken. An der Naht, die geschliffen wird, bis der Übergang zwischen zwei Blechen unter den Fingern verschwindet. Und an der Fläche, deren dunkler Ton nicht überall gleich tief ausfällt. Keine dieser drei Stellen ist auffällig; zusammen ergeben sie den Unterschied, den man meint, wenn von Handarbeit die Rede ist.
Am wenigsten festlegen lässt sich dabei das Brünieren, der Schritt, der dem Messing seinen Ton gibt. Er geschieht von Hand und hinterlässt einen Verlauf, der sich planen, aber nicht wiederholen lässt; wie er im Einzelnen abläuft, beschreibt der Beitrag über das Brünieren von Messing. Zwei Exemplare desselben Modells fallen deshalb gleich groß, aber unterschiedlich dunkel aus.
Ob das als Qualität oder als Unregelmäßigkeit gelesen wird, entscheidet die Erwartung, mit der jemand hinsieht. Wer eine vollkommen gleichmäßige Fläche sucht, findet sie an einem handgefertigten Möbel nicht. Wer wissen möchte, wie ein Stück entstanden ist, sieht es der Oberfläche an, bevor es irgendwo geschrieben steht.
Handgemacht ist ein weites Wort. Es steht über Möbeln, die von Hand zusammengeschraubt wurden, nachdem eine Anlage sämtliche Teile geschnitten, gebogen und beschichtet hatte. Es steht ebenso über Stücken, bei denen die Hand über den Ausgang entscheidet. Beides ist nicht gelogen, und beides meint etwas anderes. Das Wort trennt die zwei Fälle nicht, die Sache schon.
An einem handgefertigten Messingmöbel lässt sich die Grenze genau ziehen. Maschinen übernehmen, was Wiederholgenauigkeit verlangt: Der Laser schneidet die Abwicklung, die Kantbank legt den Winkel. Von Hand geschieht danach alles, was eine Entscheidung braucht, also schweißen, schleifen, brünieren und ein letztes Mal nacharbeiten, wenn der Ton an einer Stelle nicht sitzt.
Dieser zweite Teil ist der längere. Er lässt sich nicht beschleunigen, weil er an einem Menschen hängt, der eine Fläche ansieht und entscheidet, ob sie fertig ist. Ein handgefertigtes Möbel dauert deshalb, was es dauert, und am Anfang steht eine Bestellung, nicht ein Regal im Lager.
Was daraus folgt, ist unspektakulär und schwer zu überbieten. Zwischen dem Entwurf und dem Stück steht niemand, der eine Abweichung durchwinkt, in der Hoffnung, sie falle ohnehin niemandem auf. Sie fällt auf. Darin liegt der Unterschied zwischen einem Möbel, das von Hand montiert wurde, und einem, über das von Hand entschieden wurde.
Im Möbelbau tritt Messing meistens als Zutat auf: als Griff, als Fuß, als schmale Kante an einer Platte aus einem anderen Material. Als tragender Werkstoff eines ganzen Stücks bleibt es die Ausnahme. Das liegt weniger am Aussehen als an dem, was die Legierung nach dem Zuschnitt verlangt. Wer Messing in einem Möbelhaus sucht, findet es fast immer als Akzent und fast nie als Körper.
Messing ist weicher als Edelstahl. Es nimmt jede Bearbeitung an und zeigt sie ebenso offen, was beim Formen ein Vorteil ist und bei der Oberfläche eine Verpflichtung: Eine Schleifspur, die im Bürstenbild von Stahl untergeht, bleibt auf Messing stehen. Was das kostet, ist Aufmerksamkeit, und die lässt sich an keiner Maschine einstellen.
Übrig bleibt der Teil, der nicht ausgelagert werden kann: schleifen, brünieren, beurteilen. Für ein Programm, das auf Stückzahl gerechnet ist, ist das ein Hindernis. Für eine Werkstatt, die jedes Stück einzeln beginnt, ist es der Normalfall. Messing steht deshalb dort, wo ohnehin handgefertigt wird, und die Rechnung geht dort auf, wo niemand in Serie denkt.
Wer handgefertigte Möbel sucht, kommt am Material also nicht vorbei, und umgekehrt gilt dasselbe: Ein Möbel aus brüniertem Messing lässt sich schwer bauen, ohne dass jemand es dabei in die Hand nimmt. Handgefertigt und Messing beschreiben keine zwei Eigenschaften. Sie beschreiben dieselbe.
Das handgefertigte Sortiment aus Messing beginnt bei den flachen Stücken. Unter den Couchtischen entsteht ELYSIAN, eine runde Scheibe auf drei zylindrischen Beinen, ausschließlich in Messing. KANJI, ZEN COFFEE TABLE und TUKKON TABLE gibt es wahlweise in Messing oder in gebürstetem Edelstahl. Auf einer waagerechten Fläche lässt sich der Verlauf der Brünierung am längsten verfolgen, weil ihn nichts unterbricht.
An der Wand und neben dem Bett wird der dunkle Ton anders gebraucht. Unter den Konsolen steht TUKKON CONSOLE in Messing, ebenso YORU, die Kommode mit den zwei grifflosen Schubladen. Beide haben große, ruhige Flächen, an denen die Brünierung über die ganze Länge zu sehen ist. Eine Kommode aus Messing wird deshalb weniger über ihre Front gelesen als über die Art, wie das Licht an ihr entlangläuft.
Bei den Regalen läuft die Trennung quer durch die Kategorie. Die Wandborde KINKO, RYU, YUGEN, JIKU, ORIGAMI und CHOWA lassen sich in Messing bestellen, die Standregale bleiben beim Edelstahl. Ein brüniertes Bord an einer hellen Wand ist eine waagerechte Linie, die einen Raum eher ordnet als füllt. Es braucht dafür weniger Fläche als ein helles Bord, weil der dunkle Ton sich vom Putz absetzt, statt in ihm aufzugehen.
Unter der Deko stehen die Stücke, die nichts tragen: COSMOS und MONOLITH GOLDEN PEAK aus getriebenem Messing, der Spiegel REFLEXION und THE ROYAL GAME, dessen 64 Felder aus zwei Zuständen derselben Messingfläche bestehen. Dass diese vier Objekte vor allem da sind, um gesehen zu werden, macht sie zum unverstelltesten Teil dieser Seite: Sie bestehen aus nichts als Material und Arbeit. Dazu kommt, außerhalb der Deko, der Lounge Chair TUKKON CHAIR, den es ebenfalls in Messing gibt.
Die Oberfläche ist bei vielen Stücken eine Wahl und keine Eigenschaft des Modells. Wer ein bestimmtes Möbel in Messing möchte, fragt danach, und die Antwort hängt am einzelnen Stück: Einige entstehen nur in Messing, einige nur in Edelstahl, viele in beidem. Im Zweifel entscheidet nicht der Katalog, sondern das Metall, das im Raum bereits vorhanden ist.
Für das Maß gilt dasselbe. Handgefertigte Metallmöbel lassen sich in Länge, Höhe und Tiefe verändern, weil ohnehin jedes Teil einzeln zugeschnitten wird. Zuerst wird der Raum beschrieben, dann wird gezeichnet, dann gerechnet. Der Zuschnitt kommt zuletzt.
Eine Grenze setzt das Material trotzdem. Je größer eine zusammenhängende Messingfläche wird, desto sichtbarer wird ihr Verlauf und desto genauer muss der Moment sitzen, in dem sie bearbeitet wird. Bei Sondermaßen wird deshalb vorher gesagt, was die Fläche zulässt; gelegentlich lautet die Auskunft, dass ein kleineres Maß das bessere ist.
Wie dieselbe Formensprache über die Gattungen hinweg aussieht, zeigt die Übersicht der Designmöbel; wie die Werkstatt dahinter arbeitet, steht auf der Startseite. Diese Seite bleibt beim Material und bei der Frage, was von der Hand darin zurückbleibt. Es ist dieselbe Werkstatt, nur aus drei Richtungen beschrieben.
Ein handgefertigtes Möbel wird bestellt, bevor es existiert. Nach dem Auftrag vergehen fünf bis sechs Wochen, in denen es erst entsteht, und bei Messing liegt der längere Teil dieser Zeit am Ende: Zuschnitt und Kantung sind schnell getan, die Oberfläche braucht ihre eigene Dauer. Diese Wochen sind viel für eine Ware und wenig für eine Herstellung.
Am Liefertag hält ein Speditionsfahrzeug an der Bordsteinkante, und dort endet die Zustellung. Versandkosten entstehen nur bei den Esstischen; alle anderen Stücke dieser Seite werden kostenfrei geliefert. Für ein Stück, das bereits im Lager steht, bleiben nach der Zustellung 14 Tage Zeit für die Rückgabe.
Danach beginnt der Teil, für den es keine Angabe gibt. Ein Möbel, das von Hand entstanden ist, wird im Alltag auch von Hand benutzt: angefasst, verschoben, abgewischt. Ob eine brünierte Fläche das über die Jahre sichtbar macht, fällt von Stück zu Stück verschieden aus; die verbindliche Auskunft gehört auf die jeweilige Produktseite. Und oft ist die Stelle, die nach der Lieferung zuerst berührt wird, genau die, die in der Werkstatt zuletzt bearbeitet wurde.
Was bleibt, ist ein Stück, an dem eine bestimmte Woche in einer bestimmten Werkstatt ablesbar ist. Gemessen an dem, was ein Möbel sonst verspricht, ist das wenig. Es ist zugleich das Einzige daran, was sich nicht nachbauen lässt.
Jedes Stück entsteht einzeln und erst nach der Bestellung, in einer eigenen Werkstatt in Deutschland, die seit dem Jahr 2000 mit Messing und Edelstahl arbeitet. Maschinen übernehmen Zuschnitt und Kantung. Schweißen, Schleifen und das Brünieren der Oberfläche laufen von Hand.
Brünieren ist eine chemische Behandlung, bei der die Messingoberfläche dunkel wird. Der Ton entsteht im Metall selbst und nicht durch Farbe oder Lack; er fällt von Stück zu Stück unterschiedlich aus. Der Ablauf im Einzelnen steht im Beitrag über das Brünieren von Messing.
Aus Messing entstehen die Couchtische ELYSIAN, KANJI, ZEN COFFEE TABLE und TUKKON TABLE, die Esstische ZEN DINING und PYRAMID TABLE, die Konsole TUKKON CONSOLE, die Kommode YORU, die Wandborde KINKO, RYU, YUGEN, JIKU, ORIGAMI und CHOWA, der Lounge Chair TUKKON CHAIR sowie die Objekte COSMOS, MONOLITH GOLDEN PEAK, REFLEXION und THE ROYAL GAME. Bänke und Standregale werden aus Edelstahl gebaut.
Möglich ist das, zugesagt wird es nicht. Ob und wie stark sich eine brünierte Fläche verändert, hängt vom einzelnen Stück und seiner Oberflächenbehandlung ab; einzelne Stücke sind zusätzlich versiegelt. Maßgeblich ist die Angabe auf der jeweiligen Produktseite.
Ja. Änderbar sind bei den meisten Modellen drei Eigenschaften: das Maß, die Oberfläche und die Legierung. Vorher entstehen eine maßstäbliche Zeichnung und ein fester Preis; erst mit deren Freigabe beginnt die Fertigung. Nicht jedes Maß ist konstruktiv möglich, und das wird vorab gesagt.
Ja. Entwurf, Zuschnitt, Schweißen und Oberflächenbearbeitung finden an einem Ort in Deutschland statt; kein Arbeitsschritt wird ausgelagert. Das gilt für die Messingstücke wie für die aus Edelstahl.
Für Messing wie für Edelstahl genügt ein weiches Tuch, trocken oder leicht feucht. Scheuermittel sind ungeeignet, ebenso Säuren, Salze und Alkohol, wie sie in vielen Glas- und Allzweckreinigern stecken. Verschüttetes sollte nicht auf der Fläche antrocknen.