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Design-Regale aus Messing und Edelstahl

Was tut ein Regal in einem Raum? Die Frage klingt beiläufig und beantwortet sich doch anders als bei anderen Möbeln.

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Ein Tisch besetzt eine Fläche, ein Schrank eine Wand. Ein Regal zieht eine Linie, und diese Linie ordnet, was um sie herum geschieht: Sie teilt eine Fläche, schließt eine Ecke ab oder legt eine Höhe fest, an der sich der Blick orientiert. Es ist weniger Möbel als Struktur. In einer Manufaktur in Deutschland entstehen acht Design-Regale, gefertigt aus brüniertem Messing und gebürstetem Edelstahl: vom Wandbord mit 0,3 cm Materialstärke bis zum modularen System, das mitwächst. Gemeinsam ist ihnen eine Haltung: Sie tragen, ohne selbst zum Volumen zu werden.

Design-Regal an der Wand oder frei im Raum: zwei Prinzipien

Die erste Entscheidung betrifft weder die Form noch das Material, sondern den Ort. Ein Regal kann an der Wand hängen oder frei im Raum stehen, und das sind keine zwei Varianten desselben Möbels, sondern zwei Arten, mit einem Raum umzugehen. Das hängende Stück lässt den Boden unberührt und fügt der Wand eine Linie hinzu. Das stehende nimmt sich Grundfläche und gibt dafür etwas zurück, das keine Wand leisten kann: eine zweite Seite.

Ein Raum, in dem der Boden frei bleibt, wirkt größer, als er gemessen ist. Ein Wandbord über einem Sofa oder einer Konsole verändert deshalb die Proportion des Raums, ohne ihm etwas wegzunehmen. Ein frei stehendes Möbel arbeitet umgekehrt. Es unterbricht die Fläche mit Absicht, damit aus einem Raum zwei Bereiche werden, zwischen denen der Blick weiterhin hindurchgeht.

TAISHO ist das Stück im Programm, das diese zweite Aufgabe am deutlichsten übernimmt: 140 × 32 × 100 cm, 45 kg, mit offenen Ebenen, die von beiden Seiten zugänglich bleiben. In offenen Grundrissen ersetzt ein solches Stück eine Wand, die niemand bauen wollte, und lässt sich Jahre später an anderer Stelle wieder aufstellen.

Die übrigen Formen gehören an die Wand, vom 0,3 cm dünnen Bord RYU über das gekantete Einzelstück JIKU mit 100 × 20 × 15 cm bis zu YUGEN aus drei versetzten Borden. In den meisten Wohnungen begegnen sich beide Prinzipien: ein Wandbord über einem stehenden Stück. Eine solche Anordnung wirkt ruhiger als zwei gleich hohe Möbel nebeneinander, vielleicht, weil sie den Raum in Ebenen liest und nicht in Stücken.

Modular denken: warum ein Regal mitwachsen sollte

Kaum ein Möbel wird über die Jahre so oft an seiner Größe gemessen wie ein Regal. Bücher kommen hinzu, ein Umzug verändert die Wandlänge, und aus einer Nische wird ein Durchgang. Ein Stück, das nur für den Augenblick seiner Anschaffung entworfen wurde, ist deshalb nach wenigen Jahren entweder zu klein oder steht im Weg. Es hat sich nicht verändert. Der Raum um es herum schon.

Zwei Formen im Programm sind deshalb als System angelegt. KINKO gibt es einzeln, als Set 3 und als Set 5, INFINITY BOOKSHELF in Sets aus drei, vier, fünf oder zehn frei kombinierbaren Modulen. Ein System kostet beim Einstieg mehr als ein fertiges Stück. Sein Wert liegt nicht im ersten Jahr, sondern in dem Moment, in dem die erste Erweiterung ansteht und dieselbe Form aus derselben Fertigung kommt, kein Nachfolgemodell mit einem anderen Maß.

Diese Zusage hat eine Voraussetzung, die man einem Möbel nicht ansieht: Beständigkeit auf Seiten der Manufaktur. Seit dem Jahr 2000 werden hier dieselben zwei Materialien in derselben Fertigung bearbeitet. Wer heute drei Elemente bestellt und in zwei Jahren zwei weitere ergänzt, erhält keine Annäherung an das Vorhandene, sondern seine Fortsetzung.

Bei brüniertem Messing unterscheidet sich die Patina später gefertigter Module anfangs leicht von der älteren und gleicht sich mit der Zeit an; bei Edelstahl fällt der Unterschied kaum ins Auge. So wird ein Möbel zu etwas, das mit einem Haushalt mitwächst, statt ihn an einem bestimmten Tag festzuhalten.

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Was ein Regal aus Metall trägt, ohne sich zu biegen

Ein Regalboden aus Holz oder Spanplatte gewinnt seine Steifigkeit über die Dicke. Deshalb liegt er dort selten unter 1,8 cm. Metall geht einen anderen Weg. Es erreicht dieselbe Steifigkeit über die Kantung und die Güte des Materials, nicht über die Masse. RYU kommt bei 99,5 cm Länge mit 0,3 cm Materialstärke aus.

Der Grund liegt in der Form, nicht im Stoff allein. Wird dieselbe Platte an der Vorderkante abgekantet, entsteht ein Profil, das sich gegen die Biegung stemmt; die Kante arbeitet wie ein Träger, der in der Fläche verschwindet. Was von außen wie eine dünne Linie aussieht, ist eine Konstruktion, die ihre Dicke dort versteckt, wo niemand sie sucht.

Für das Auge ist das der eigentliche Unterschied zwischen Metall und Holz: eine Linie statt eines Balkens. Die Wand bleibt sichtbar, die Bücher scheinen auf nichts zu stehen, und das Möbel tritt hinter das zurück, was es trägt. Daran erkennt man ein Design-Regal aus Metall, lange bevor man das Material bestimmt hat.

Grenzen hat auch diese Konstruktion: die Spannweite und das, was daraufsteht. Eine Reihe Bildbände wiegt ein Vielfaches einer Vase, und über einer sehr langen freien Strecke beginnt jedes Bord irgendwann, seine Last zu zeigen. Die Linie bleibt nur dort eine Linie, wo Länge und Beladung zueinander passen. Was Bücher im Besonderen verlangen, steht bei den Bücherregalen. Wer Objekte zeigt, kennt diese Frage nicht.

Acht Design-Regale im Überblick

RYU ist ein Wandbord in 99,5 cm, 149,5 cm oder 199,5 cm Länge, 16 cm tief und 4 kg leicht. Es ist die Linie in ihrer reinsten Form: nichts als eine Kante, die die Wand teilt. KINKO misst 170 × 25 × 17 cm und lässt sich als Einzelelement oder im Set kombinieren; aus einem Element wird eine Fläche, aus der Fläche eine Wand.

YUGEN setzt drei versetzte Borde von 45 × 45 × 15 cm zu einer Gruppe zusammen, die weniger Linie als Rhythmus ist. JIKU, 100 × 20 × 15 cm, ist ein gekantetes Einzelstück, das an der Wand eher als Zeichen denn als Ablage gelesen wird. ORIGAMI entsteht aus einer einzigen gefalteten Platte, 110 × 80 × 1,8 cm bei 15 kg, und trägt seine Herstellung im Namen.

CHOWA, 125 × 40 × 30 cm und 30 kg, ist weniger Bord als Skulptur. Es fasst Bücher und Objekte wie ein Rahmen ein und macht aus einer Ablage ein Bild. TAISHO steht mit 140 × 32 × 100 cm frei im Raum, INFINITY BOOKSHELF ist das modulare System aus RAW belassenem Edelstahl. Die reinen Wandformen finden sich gebündelt bei den Wandregalen, zusammen mit allem, was die Wand selbst betrifft.

Acht Stücke, zwei Oberflächen, und dazwischen keine Rangordnung. Weil alle dieselben Materialien teilen, lassen sie sich mischen, ohne dass ein Raum unruhig wird: ein Bord über einem Standregal, eine Gruppe versetzter Borde neben einem System. Was sie verbindet, ist keine Ähnlichkeit der Form, sondern die Verwandtschaft des Materials. Sie müssen einander nicht gleichen, um zusammenzugehören.

Warum ein Metallregal nicht gleich ein Designer-Regal ist

Wer im Netz nach einem Regal aus Metall sucht, findet zuerst das, was Keller und Manufakturen einrichtet: verzinkte Winkelprofile, verschraubt, in Lochreihen gerastert, für Lasten gebaut und für sonst nichts. Sie erfüllen ihren Zweck, und sie kosten wenig. Ihr Entwurf hat nur eine andere Frage beantwortet als die, die sich im Wohnraum stellt.

Man sieht ihnen diese Frage an. Sichtbare Schraubköpfe, Lochreihen an den Ständern, Kanten mit Grat: Jedes dieser Details ist eine Spur der Fertigung, die niemand entfernen wollte, weil sie im Lager niemanden stört. Ein Möbel für den Wohnraum verlangt das Gegenteil. Es soll seine Fertigung nicht zeigen, sondern ihr Ergebnis.

Die Stücke dieser Manufaktur kommen aus der anderen Richtung: geschweißt statt geschraubt, mit verschliffenen Nähten, ohne Lochreihen, und als Oberfläche das Material selbst anstelle einer Verzinkung. Bezahlt wird damit nicht mehr Tragkraft, sondern die Abwesenheit all dessen, was ein Trägersystem verrät. Dieser Unterschied lässt sich nicht in Kilogramm ausdrücken.

Die Unterscheidung lässt sich offen aussprechen: Wer Stauraum braucht, ist mit dem Baumarkt gut bedient. Ein Designer-Regal steht im Raum, weil man es sehen möchte, nicht, weil es Platz schafft. Beide erfüllen dieselbe Funktion und stellen doch einen anderen Anspruch an sie. Ein Möbel, das man vergisst, und eines, das man ansieht, sind keine zwei Güteklassen. Es sind zwei Antworten auf die Frage, wozu ein Raum da ist.

Planung, Montage und Design-Regale nach Maß

Ein Bord wird selten falsch gewählt, aber häufig falsch geplant. Der Fehler liegt meist nicht im Stück, sondern in dem, was vorher nicht gemessen wurde: die Länge der Wand, die Höhe, auf der die Linie später den Blick führen soll, und das, was daraufstehen wird. Drei Angaben, und die dritte ist die, die am häufigsten fehlt.

Was ein Wandbord an der Wand verlangt, Untergrund wie Befestigung, steht bei den Wandregalen. Ein Standregal wie TAISHO stellt diese Frage gar nicht erst. Es bringt seine Wand mit, in Form eines Bodens, der die Last aufnimmt. Die Planung beginnt dann nicht an der Wand, sondern in der Mitte des Raums.

Passt keine der Standardlängen, entsteht das Stück nach Maß. Eine andere Länge, eine andere Tiefe, eine andere Oberfläche: Die Angaben genügen, damit eine Zeichnung entsteht und ein Preis, der sich danach nicht mehr bewegt. Gebaut wird erst dann; fünf bis sechs Wochen später hängt das Bord an der Wand, für die es gezeichnet wurde. Ein Bord, das drei Zentimeter kürzer ist als seine Nische, erzählt jedem Besucher, dass es woanders gedacht wurde.

Bis zur Bordsteinkante kommt das Regal per Spedition, und der Versand kostet nichts. Liegt ein Bord auf Lager, kann es binnen 14 Tagen zurückgehen. Am Ende steht ein Regal, das nicht für einen Raum im Allgemeinen gebaut wurde, sondern für diese Wand, diese Länge und diese Bücher. Ob es später einmal an einer anderen Wand hängt, ist dann keine Frage der Passung mehr, sondern der Gewohnheit.

Häufige Fragen

Wie viel Wandfläche sollte ein Regal einnehmen?

Eine Wand verträgt mehr Regalfläche, als meist angenommen wird, solange die Linien ruhig bleiben. Ein durchgehendes Bord über die volle Länge oder ein zusammenhängendes System wirken geordnet, auch wenn sie viel Fläche belegen. Unruhig wird es erst, wenn mehrere kleine Elemente über die Wand verstreut sind. Entweder ein System oder ein einzelnes Stück, nicht fünf Inseln.

Was gehört in ein offenes Regal und was nicht?

In ein offenes Regal gehört, was für sich stehen kann: Bücher, Objekte, Geschirr in ruhigen Formen. Dinge in wechselnden Verpackungen, Ordner und Kleinteile gehören in ein geschlossenes Möbel, weil sie die Ordnung der Fläche aufheben. Ein offenes Regal zeigt alles, was darin steht, und ist deshalb eher Bühne als Stauraum.

Lassen sich die Regale später erweitern?

Bei KINKO und INFINITY BOOKSHELF ja, beide sind als System angelegt. KINKO gibt es einzeln sowie im Set 3 und Set 5, INFINITY in Sets aus drei, vier, fünf oder zehn Modulen. Nachkäufe sind auch nach Jahren möglich, weil das Programm keine Saisonwechsel kennt.

Wandregal oder Standregal: was passt wann?

Ein Wandregal hängt, kostet keine Stellfläche und braucht eine tragfähige Wand. Ein Standregal steht frei, lässt sich umstellen und kann einen Raum teilen, belegt dafür Grundfläche. Im Programm stehen TAISHO und das modulare System INFINITY BOOKSHELF frei, alle anderen Formen werden an der Wand montiert.

Sind die Regale für Bücher geeignet?

Ja. Bücher wiegen mehr als die meisten Objekte, deshalb wird die Spannweite eines Bords auf die geplante Beladung abgestimmt. CHOWA und TAISHO tragen Bücher ohne Einschränkung, INFINITY BOOKSHELF ist als Bücherregal-System entworfen.

In welchen Oberflächen sind die Regale erhältlich?

RYU, KINKO, YUGEN, JIKU, ORIGAMI und CHOWA gibt es in brüniertem Messing und in gebürstetem Edelstahl. TAISHO ist aus gebürstetem, INFINITY BOOKSHELF aus RAW belassenem Edelstahl. Andere Materialkombinationen entstehen als Sonderfertigung.

Wird ein Regal auf ein bestimmtes Wandmaß gebaut?

Ja. Länge, Tiefe und Oberfläche lassen sich anpassen, weil jedes Stück ohnehin einzeln gefertigt wird. Vor dem Produktionsstart liegen Zeichnung und Festpreis vor, danach dauert die Fertigung fünf bis sechs Wochen.