Zum Inhalt springen
ZinCuTec
Zum Inhalt springen
ZinCuTec

Esszimmermöbel: alles richtet sich nach dem Tisch

Ein Abend im Esszimmer beginnt selten am Tisch, aber er endet dort. Irgendwann sind die Teller abgeräumt, die Gläser bleiben, jemand lehnt sich zurück, und das Gespräch hat keinen Grund, den Raum zu wechseln.

Mehr lesenWeniger lesen

Was um den Tisch herum steht, ist in diesem Moment unsichtbar und doch beteiligt: der Stuhl, der sich zurückschieben ließ, die Bank, auf der noch jemand Platz fand, die Karaffe an der Wand. Esszimmermöbel werden hier von diesem Abend aus gedacht. Vier Esstische, eine Bank, ein Stuhl und die Konsole an der Wand, aus Edelstahl und Messing, gefertigt in einer Manufaktur in Deutschland. Der Tisch steht in der Mitte. Alles andere ist Abstand.

Esszimmer modern planen: der Tisch zuerst, dann der Rest

Ein Esszimmer kennt nur einen Bezugspunkt. Das unterscheidet es von fast jedem anderen Raum: keine zweite Sitzgruppe, keine Ecke, die ein eigener Ort sein will. Es gibt den Tisch, und es gibt das, was um ihn herum geschieht. Sobald er steht, ist er unbeweglich, und aus seiner Position folgt fast alles Weitere.

Die Leuchte hängt mittig über der Platte, weil sie sonst schief wirkt. Der Teppich richtet sich nach den Stühlen, die beim Zurückschieben darauf bleiben sollen. Die Wand, an der eine Ablage stehen kann, ist die, an der niemand sitzt. Wer die Reihenfolge umdreht und beim Sideboard beginnt, korrigiert später fast immer, und zwar ausgerechnet am Möbel, das sich am schwersten bewegen lässt.

Praktisch heißt das, dass die Tischposition vor dem Kauf feststehen sollte, nicht danach. Eine Achse zum Fenster wirkt ruhiger als eine schräge Aufstellung. Ein Tisch, der mittig unter einer vorhandenen Deckenauslassdose steht, erspart Elektroarbeiten. Passt beides nicht zusammen, ist es einfacher, die Leuchte zu versetzen als den Tisch.

Diese Entscheidung fällt besser vorher als in der Woche nach der Lieferung, wenn der Tisch im Raum steht und niemand ihn allein verrücken kann. Ein modernes Esszimmer entsteht deshalb rückwärts: vom Punkt, an dem gesessen wird, zu den Dingen, die ihn umgeben. Der Raum wird nicht möbliert. Er wird um einen Ort herum angeordnet.

Wie viel Platz um den Tisch herum bleiben muss

Hier wird am häufigsten zu knapp geplant, und der Fehler ist auf dem Grundriss unsichtbar. Ein Tisch von 200 cm Länge ist auf dem Papier 200 cm lang. Im Raum ist er 200 cm plus zwei zurückgeschobene Stühle plus die Person, die dahinter vorbeigehen will. Das Möbel ist kleiner als der Platz, den es braucht.

Um einen Stuhl zurückzuschieben und aufzustehen, braucht es rund 80 cm hinter der Tischkante. Soll zusätzlich jemand hinter einem sitzenden Gast vorbeigehen können, sind es 100 bis 110 cm. Unter 75 cm wird es unbequem, weil der Stuhl seitlich herausgedreht werden muss. Diese Zahlen gelten je Seite, an der tatsächlich gesessen wird, und sie sind der Grund, warum viele Räume einen kleineren Tisch verlangen, als der Grundriss vermuten lässt.

Für den Teppich gilt eine verwandte Regel. Er reicht an jeder Seite 60 bis 70 cm über die Tischkante hinaus, damit die Stuhlbeine beim Zurückschieben nicht an seiner Kante hängen bleiben. Bei einem Tisch von 200 × 100 cm ergibt das einen Teppich von mindestens 320 × 220 cm. Wer diese Größe nicht unterbringt, lässt ihn besser weg; ein zu kleiner Teppich ist ein Fehler, den jeder Stuhl zweimal am Tag vorführt.

Abstand ist im Esszimmer keine Leere, sondern Gebrauch. Die 80 cm hinter dem Stuhl werden an jedem Abend benutzt, die Fläche unter der Platte fast nie. Wer den Raum von den Wegen her denkt, stellt meist einen Tisch auf, der etwas kürzer ist als gewünscht, und bemerkt den Unterschied im Sitzen nie wieder. Es ist die Bewegung um den Tisch, die entscheidet, nicht der Tisch.

Mehr anzeigenWeniger anzeigen

Esszimmerstühle modern: was wir haben und was nicht

An dieser Stelle gehört eine offene Auskunft hin. Es gibt keine Stuhlserie. Das Programm kennt genau einen Stuhl, dazu eine Bank und einen Hocker. Wer vier oder sechs gleiche moderne Esszimmerstühle sucht, findet sie hier nicht, und niemandem wäre zu raten, sechs Einzelstücke in Handarbeit fertigen zu lassen, nur damit die Zahl aufgeht. Das wäre ein teurer Weg zu einem Ergebnis, das andere besser lösen.

Was stattdessen naheliegt, ist die gemischte Bestuhlung: eine Bank an der Wandseite, Stühle an der offenen Seite, ein einzelnes Stück am Kopfende. Die Bank verschwindet vollständig unter der Platte, wenn niemand auf ihr sitzt, und löst damit das Platzproblem in schmalen Räumen gleich mit. Ein Stuhl kann das nicht; er bleibt, wo er steht, auch wenn er leer ist.

Bank gegen Stuhl ist daher weniger eine Stilfrage als eine des Abstands zur Wand. Eine Bank braucht hinter sich kaum Platz, weil sie seitlich betreten und verlassen wird. Ein Stuhl braucht die 80 cm, die er beim Zurückschieben einnimmt. In einem Raum, der an einer Seite eng ist, entscheidet diese Differenz darüber, ob dort überhaupt jemand sitzen kann.

Ein einzelner Designer-Stuhl am Kopfende gibt dem Tisch eine Richtung, ohne dass der Raum überladen wirkt. Sechs identische Stühle erzählen von einem einzigen Einkauf. Eine Bank, zwei Stühle und ein Lounge Chair am Ende erzählen von einem Tisch, an dem verschieden gesessen wird, und das ist näher an dem, was an einem Abend tatsächlich geschieht.

Vier Gattungen rund um den Tisch

Den Mittelpunkt bilden die Esstische: vier Modelle, rechteckig oder rund, in Längen von 200 bis 300 cm und in Sonderlängen dazwischen, alle 75 cm hoch, aus Edelstahl, die schweren mit 122 kg Eigengewicht. Im Esszimmer interessiert an ihnen weniger die Platte als der Platz, den sie freilassen: an den Enden, wenn das Gestell innen steht, an den Längsseiten, wenn eine Bank darunter soll.

Wer eine bestimmte Nische füllen muss oder eine ungewöhnliche Personenzahl unterbringen will, bekommt das Maß gefertigt statt aufgerundet. Bei einem Möbel, das zwanzig Jahre an derselben Stelle steht, ist der Unterschied zwischen dem passenden und dem nächstgrößeren Maß am Kauftag kaum zu sehen und danach an jedem Abend.

Dazu kommen die Sitzmöbel mit Bank und Lounge Chair, alle in derselben Materialsprache wie die Tische. Für die Wandseite stehen die Konsolen bereit, und für die Fläche darüber die Objekte und Spiegel. Vier Gattungen, die sich nicht gegenseitig erklären müssen, weil sie aus derselben Manufaktur kommen.

Ein Materialkanon ohne Kollektionswechsel hat im Esszimmer einen praktischen Vorteil: Der Raum lässt sich über Jahre vervollständigen. Erst der Tisch, im Jahr darauf die Bank, irgendwann die Konsole. In welcher Reihenfolge, spielt keine Rolle, solange der Tisch am Anfang steht. Er ist der Bezugspunkt, zu dem alles Spätere seinen Abstand findet.

Sideboard oder Konsole: die Wand hinter dem Tisch

Ein klassisches Sideboard mit Türen und Fächern gibt es nicht. Was es gibt, ist die schlanke Verwandte: eine Konsole, die an der Wand steht, kaum Tiefe braucht und genau die Fläche bietet, die im Esszimmer tatsächlich benutzt wird. Darauf stehen Karaffe, Schale und die Dinge, die beim Decken schnell gegriffen werden, ohne dass jemand aufstehen und suchen muss.

Für Geschirr, das verschwinden soll, ist eine Konsole der falsche Ort; dafür braucht es geschlossenen Stauraum, und den bietet sie nicht. Besser, das steht hier, als dass eine Ablagefläche später erklärt werden muss, die nicht leistet, was erwartet wurde. Im Gegenzug nimmt eine Konsole dem Raum fast nichts weg. Der Stuhl vor ihr lässt sich noch zurückschieben, wo ein tiefes Sideboard den Weg bereits geschlossen hätte.

Die Wand darüber ist der zweite Punkt. Ein einzelner Spiegel oder ein großes Objekt reicht, und die Höhe orientiert sich am Möbel darunter, nicht an der Raumhöhe. Was im Esszimmer selten funktioniert, sind Bildergruppen. Hier wird länger gesessen und häufiger an dieselbe Stelle geschaut als in jedem anderen Raum; eine unruhige Wand ermüdet deshalb schneller. Eine ruhige Fläche mit einem einzigen Gegenüber hält länger.

Ein Spiegel hat dabei einen Vorteil, der erst am Abend sichtbar wird: Er verdoppelt das Licht der Leuchte über dem Tisch und holt den Raum ein zweites Mal an den Tisch heran. Wer am Kopfende sitzt, sieht darin die Gesichter, die ihm gegenüber fehlen. Die Wand hinter dem Tisch wird so zu einer Seite des Tisches, an der niemand sitzt und doch alle beteiligt sind.

Woran man gute Esszimmermöbel erkennt

Statt einer Markenempfehlung drei Prüfpunkte, die bei einem Esstisch etwas aussagen. Der erste ist die Materialstärke der Platte im Verhältnis zur Länge, denn davon hängt ab, ob die Fläche nach zehn Jahren noch eben ist. Der zweite ist das Eigengewicht: Ein leichter Tisch verschiebt sich bei jedem Anlehnen ein Stück, ein schwerer nicht, und in einem Raum mit einem einzigen Bezugspunkt ist das kein Detail, sondern die Voraussetzung.

Der dritte ist die Nachkaufbarkeit der Sitzmöbel. Eine Bestuhlung entsteht fast nie in einem einzigen Zug; sie wächst mit den Jahren, mit den Gästen, mit dem Platz. Ein Nachkauf nach drei Jahren, der beim falschen Hersteller nicht mehr möglich ist, hinterlässt einen Tisch mit Stühlen aus zwei Welten. Diese drei Punkte lassen sich prüfen, ohne dass ein Name fallen muss.

Hier entsteht jedes Stück nach Bestellung, in Deutschland, aus zwei Materialien, die sich seit Jahren nicht ändern. Bis zur Auslieferung vergehen dann fünf bis sechs Wochen, in denen der Tisch erst entsteht. Wer nicht sicher ist, welche Tischlänge in den Raum passt, schickt Raummaße und die Position von Türen und Fenstern. Die Verkehrsflächen werden durchgerechnet, und zurück kommt das größte Maß, das noch bequem funktioniert.

Häufig ist das ein kleineres als das gewünschte. Es wird trotzdem genannt, weil ein Esszimmer nicht an der Länge der Platte gemessen wird, sondern daran, ob am Ende eines Abends noch jemand aufstehen kann, ohne dass alle anderen rücken müssen. Der Tisch ist der Anlass. Der Abstand ist das Möbel.

Häufige Fragen

Wie viel Platz braucht man um einen Esstisch herum?

Rund 80 cm hinter jeder besetzten Tischkante, damit der Stuhl zurückgeschoben werden kann und Aufstehen möglich ist. Soll dahinter zusätzlich jemand vorbeigehen, sind es 100 bis 110 cm. Unter 75 cm wird es unbequem.

Wie groß muss der Teppich unter dem Esstisch sein?

An jeder Seite 60 bis 70 cm größer als die Tischplatte, damit die Stuhlbeine beim Zurückschieben auf dem Teppich bleiben. Für einen Tisch mit 200 × 100 cm heißt das mindestens 320 × 220 cm. Passt das nicht in den Raum, ist gar kein Teppich die bessere Lösung.

Welche Marke ist die beste für Esszimmermöbel?

Eine allgemeine Antwort wäre unseriös, weil Budget, Raumgröße und Nutzung zu weit auseinanderliegen. Beim Esstisch selbst helfen drei Prüfpunkte weiter: die Materialstärke der Platte im Verhältnis zur Länge, das Eigengewicht und die Frage, ob sich passende Sitzmöbel später noch nachbestellen lassen.

Gibt es eine komplette Stuhlserie?

Nein. Es gibt einen Stuhl und eine Bank. Der Stuhl ist TUKKON CHAIR, ein Lounge Chair mit 66,5 cm Gesamthöhe; seine Sitzhöhe wird auf Anfrage genannt. Sechs gleiche Stühle in Handarbeit zu fertigen wäre möglich, aber unnötig teuer für ein Ergebnis, das andere Hersteller günstiger liefern. Die gemischte Lösung aus Bank und einzelnen Stühlen kann ohnehin gestalterisch ruhiger wirken.

Gibt es ein Sideboard fürs Esszimmer?

Kein klassisches Sideboard mit Türen, aber Konsolen als schlanke Ablage an der Wand. Wer geschlossenen Stauraum braucht, ist mit einer Konsole nicht richtig beraten. Für alles, was sichtbar bleiben darf, ist sie die ruhigere Lösung.

Wie wird ein modernes Esszimmer gemütlich?

Über drei Dinge: warmes Licht direkt über dem Tisch statt kaltem Deckenlicht, eine Bank statt lauter Einzelstühle, weil sie den Raum weicher macht, und Textilien am Boden oder am Fenster. Das Material des Tisches ist dafür weniger entscheidend, als meist angenommen wird.

Funktioniert ein Wohn-Esszimmer mit denselben Möbeln?

Ja, und das ist einer der Gründe für einen durchgehenden Materialkanon. Bestehen Couchtisch und Esstisch aus demselben Metall und derselben Oberfläche, wirkt ein offener Raum als Einheit statt als zwei Bereiche, die zufällig nebeneinanderliegen.

Wie lange dauert es, bis die Möbel geliefert werden?

Fünf bis sechs Wochen, weil jedes Stück erst nach der Bestellung entsteht. Das gilt für Esstische ebenso wie für Sitzmöbel oder Konsolen.