Runde oder rechteckige Platte
PYRAMID TABLE ist der einzige runde Esstisch im Programm, und die runde Platte folgt einer eigenen Ordnung. Sie kennt kein Kopfende. Niemand sitzt bevorzugt, niemand sitzt am Rand, und ein Gespräch kann quer über die Fläche gehen statt nur zum Nachbarn. Ein runder Tisch versammelt, ein rechteckiger reiht.
Der Preis dafür ist Fläche. Für sechs Personen braucht eine runde Platte spürbar mehr Raum als eine rechteckige mit derselben Platzzahl, und der Durchmesser lässt sich nicht beliebig steigern. Ab etwa 140 cm wird die Mitte im Sitzen unerreichbar; sie wird zur Ablage für Dinge, die niemand mehr anfasst. Was auf dem Grundriss großzügig wirkt, ist am Tisch ein Stück Entfernung.
Rechteckig gewinnt in schmalen Räumen und überall dort, wo der Tisch an einer Wand oder vor einer Fensterfront steht. Die Form lässt sich verlängern, ohne dass die Proportion kippt, und sie nimmt eine Sitzbank auf, was eine runde Platte nicht kann. Drei der vier Modelle sind deshalb rechteckig; meist ist diese Entscheidung gefallen, bevor sie bewusst getroffen wird.
Wer dennoch schwankt, klebt die geplanten Maße mit Kreppband auf den Boden und stellt Stühle dazu. Fünf Minuten dieser Art zeigen mehr als jede Beschreibung, weil der Körper entscheidet und nicht die Vorstellung. Der Tisch, um den es geht, existiert dann noch nicht. Aber der Platz, den er einnehmen wird, ist schon da.
Designer-Esstische: die vier Modelle im Sortiment
ZEN DINING TABLE reicht am weitesten: eine Platte aus gebürstetem Edelstahl ohne Fuge, wahlweise 200, 250 oder 300 × 100 × 75 cm. Die Fläche ist aus einem Stück, ohne Fuge, ohne Verlängerung, ohne Naht, an der sich das Licht bricht. Was auf ihr steht, steht auf einer einzigen Ebene.
SATORI teilt Tiefe und Höhe mit ihm, ist in 200 und 250 cm zu haben und trägt eine großzügig geschnittene Platte auf einem anders gezeichneten Gestell. Beide wiegen 122 kg. Wer zwischen ihnen wählt, entscheidet über die Linie des Untergestells, nicht über die nutzbare Fläche; von oben betrachtet sind es Geschwister.
SAMURAI misst 200 × 80 × 75 cm, wiegt 87 kg und ist für bis zu acht Personen ausgelegt. Die Platte ruht auf zwei skulpturalen Beinen, die von der Seite betrachtet den Eindruck erwecken, sie trüge sich selbst. Die geringere Tiefe macht ihn zum Tisch für Räume, die keine 100 cm hergeben, und für Haushalte, die sie nicht brauchen.
PYRAMID TABLE trägt eine runde Platte auf einem pyramidenförmigen Untergestell und ist in Edelstahl oder Messing erhältlich. Das Standardmaß beträgt 124 × 124 × 75 cm. Auch ZEN DINING TABLE ist in Messing erhältlich. Vier Esstische, vier Haltungen zu derselben Frage: Wie viel Platte braucht ein Abend, und wie viel Gestell darf darunter sichtbar bleiben?
Esstisch mit Bank und Stühlen: was das Untergestell erlaubt
Ob eine Bank unter die Platte passt, entscheidet nicht die Bank, sondern das Gestell darunter. Steht es weit außen, blockiert es die Plätze an den Enden. Steht es weiter innen, bleiben die Längsseiten frei, und die Bank lässt sich vollständig unter den Tisch schieben, wenn niemand darauf sitzt. Ein Untergestell ist damit mehr als eine Frage der Statik. Es legt fest, wie an diesem Tisch gesessen wird.
Für die Kombination aus Tisch, Bank und Stühlen hat sich eine Aufteilung bewährt: die Bank an der Wandseite, die Stühle an der offenen Seite. Die Bank bleibt dabei etwas kürzer als die Platte, sonst steht sie über, und der Weg um den Tisch wird eng. Als Richtwert genügen 10 cm Luft je Seite. So kleine Zahlen entscheiden darüber, ob ein Möbel selbstverständlich wirkt oder im Weg steht.
ZEN BENCH misst 200 × 35 × 45 cm und passt damit zu den Modellen mit 200 und 250 cm Länge. TUKKON CHAIR steht als Stuhl bereit, allerdings eher als einzelnes Stück am Kopfende denn in vierfacher Ausführung. Eine komplette Bestuhlung gibt es nicht; das ist keine Lücke, sondern eine Entscheidung darüber, was eine Manufaktur gründlich baut und was sie anderen überlässt.
Ein Esstisch mit Bank verändert im Übrigen die Art, wie Plätze gezählt werden. Auf einer Bank rücken drei Personen enger zusammen als auf drei Stühlen, und an einem Abend mit vielen Gästen findet noch jemand Platz, für den kein Stuhl mehr da wäre. Der Tisch bleibt dabei, was er ist. Es ist die Sitzgelegenheit, die nachgibt.
Sondermaße und was vor der Anlieferung zu klären ist
Die Länge ist der häufigste Sonderwunsch bei modernen Esstischen, und meistens gibt der Raum sie vor: eine Nische, die 230 cm hergibt, eine Fensterachse, auf die der Tisch mittig ausgerichtet werden soll, oder eine Familie, die am Heiligabend zu zehnt sitzt. Länge, Tiefe und Wunschhöhe genügen für eine Zeichnung; aus ihr folgt der Preis. Bei sehr langen Platten geht dem ein Gespräch über die Materialstärke voraus, weil sie mit der Spannweite wachsen muss.
Nach der Freigabe vergehen fünf bis sechs Wochen, bis der Tisch vor dem Haus steht, und diese Zeit gehört der Fertigung: Das Blech wird gelasert, gekantet, geschweißt und von Hand gebürstet, bis die Fläche das Licht in gleichmäßigen Bahnen führt. Geliefert wird bis zur Bordsteinkante. Ab dort beginnt der Weg ins Haus, an dem ein Esstisch gelegentlich scheitert, bevor er je gestanden hat.
Der Rat aus der Praxis lautet deshalb, die schmalste Stelle des Transportwegs zu messen und sie mit der Tiefe der Platte zu vergleichen, nicht mit ihrer Länge. Über die Länge kommt fast jeder Tisch, an der Tiefe scheitern einige. Ein Treppenabsatz, eine Wohnungstür, ein Aufzug mit niedriger Kabine: Solche Maße sind vor der Bestellung eine Notiz und danach ein Problem.
Neben dem Esstisch steht in vielen Haushalten eine Konsole als Anrichte, aus demselben Material und in derselben Sprache, nur flacher und der Wand zugewandt. Sie übernimmt, was der Tisch nicht tragen soll. Der Tisch bleibt dann, was er von Anfang an war: eine Fläche, an der gesessen wird, und ein Gewicht, das sich nicht mehr bewegt.